SPORTWETTENSTEUER · 5,3 % · DEUTSCHLAND

Wettsteuer Rechner Deutschland: 5,3 % vom Einsatz oder von der Auszahlung

Der Wettsteuer Rechner zeigt, was die Wettsteuer Deutschland von deiner Wette übrig lässt. Gib den Betrag ein, den du zahlst, und die Quote. Der Beleg zeigt, wie viel Steuer abgeht und was bei Erfolg übrig bleibt, je nachdem wie dein Anbieter die Steuer weitergibt.

WETTSTEUER

NR. STE

5,3 % Sportwettensteuer nach § 18 RennwLottG

DEIN RECHENBELEG↓ AUSGABE
WETTSTEUER
BELEG
VOM EINSATZ§ 17/18 RENNWLOTTG
Gezahlt10,00 €
Steuer−0,50 €
Im Spiel9,50 €
Auszahlung ohne Steuer62,40 €
AUSZAHLUNG NACH STEUER
59,26 €
Steuer effektiv5,03 % des Einsatzes
STEUER = GEZAHLTER EINSATZ × 0,053 ÷ 1,053
10,00 × 0,053 ÷ 1,053 = 0,50 €

Wettsteuer Deutschland: was das Gesetz sagt

Illustration: eine Schere schneidet einen schmalen Streifen von einem Kassenbon ab

Die Wettsteuer Deutschland heißt offiziell Sportwettensteuer und steht im Rennwett- und Lotteriegesetz. § 18 legt den Satz fest: 5,3 Prozent. § 17 legt fest, worauf: auf den geleisteten Wetteinsatz abzüglich der Sportwettensteuer. Diese Fassung gilt seit dem 1. Juli 2021. Vorher waren es 5 Prozent, und ob die Steuer selbst zur Bemessungsgrundlage gehörte, hat Anbieter und Gerichte jahrelang beschäftigt.

Die Formulierung „abzüglich der Steuer“ klingt nach einer Kleinigkeit, verändert aber die Rechnung. Zahlst du 10 €, enthält dieser Betrag Einsatz und Steuer zusammen. Der Einsatz E ist so gewählt, dass E + 5,3 % von E genau 10 € ergibt: E = 10 ÷ 1,053 = 9,50 €. Die Steuer ist der Rest, 0,50 €, also 5,03 % des gezahlten Betrags.

Steuerschuldner ist nach § 19 der Veranstalter der Wette, und die Steuer entsteht nach § 20 schon mit der Leistung des Einsatzes. Ob der Anbieter sie an dich weitergibt, regelt das Gesetz nicht. Genau deshalb unterscheiden sich die Anbieter hier.

Wettsteuer vom Einsatz

Viele Anbieter ziehen die Steuer direkt beim Platzieren ab. Von 10 € laufen dann 9,50 € in die Wette. Bei einer Kombi mit Quote 6,24 heißt das: Statt 62,40 € zahlt die Wette 59,26 € aus.

Der Abzug passiert bei jeder Wette, auch bei den verlorenen. Wer im Monat 200 € einsetzt, zahlt auf diese Weise gut 10 € Steuer, unabhängig davon, wie die Wetten ausgehen.

Wettsteuer von der Auszahlung: wenn eine Wette gewinnt

Andere Anbieter lassen den Einsatz unangetastet und ziehen stattdessen 5,3 % von der Auszahlung ab, wenn eine Wette gewinnt. Die Basis ist die gesamte Auszahlung, dein Einsatz eingeschlossen, nicht nur der Reingewinn: Dieselbe Kombi zahlt dann 62,40 € × 0,947 = 59,09 €. Bei einer verlorenen Wette wird keine Steuer ausgewiesen, der gezahlte Einsatz ist aber genauso weg wie beim Abzug vom Einsatz.

Pro Gewinn ist das 17 Cent teurer als der Abzug vom Einsatz, weil 5,3 % von der gesamten Auszahlung etwas mehr sind als 5,03 % vom Einsatz mal Quote. Bei hohen Quoten wirkt der Abzug von der Auszahlung besonders groß: Auf 10 € Einsatz und Quote 6,24 gehen 3,31 € Steuer ab, ein Drittel des Einsatzes. Bei gleichem gezahltem Betrag bleibt beim Abzug vom Einsatz deshalb immer ein kleines Stück mehr übrig, sobald überhaupt etwas ausgezahlt wird, bei jeder Quote und jeder Zahl von Treffern.

Das ist die Steuer des Anbieters, nicht deine Einkommensteuer. Wettgewinne versteuern musst du als Privatperson nicht: Private Wettgewinne sind in Deutschland einkommensteuerfrei; sie gehören zu keiner der sieben Einkunftsarten. Anders kann es bei Menschen aussehen, die vom Wetten leben.

Welche Variante günstiger ist

10 € EinsatzQuote 1,90Quote 6,24verloren
ohne Steuer19,00 €62,40 €0,00 €
vom Einsatz18,04 €59,26 €0,00 € (Einsatz weg, 0,50 € davon Steuer)
von der Auszahlung17,99 €59,09 €0,00 € (Einsatz weg, keine Steuer ausgewiesen)

Die Tabelle zeigt, warum die Frage in der Praxis weniger wichtig ist, als sie klingt: Die Unterschiede zwischen den beiden Varianten liegen bei wenigen Cent pro Wette. Einen echten Unterschied macht nur ein Anbieter, der die Steuer vollständig selbst trägt. Ob er sie über seine Quoten wieder hereinholt, zeigt ein Vergleich der Marge. Die Marge prüfst du mit dem Quotenrechner.

Wettgewinne versteuern ist für Privatpersonen also kein Thema; was abgeht, ist allein die Sportwettensteuer des Anbieters. Im Wettrechner und im Systemwetten Rechner lässt sich die Steuer für jede Kombi und jedes System zuschalten.

Wettsteuer bei Kombi- und Systemwetten

Die Steuer richtet sich nach dem Einsatz, nicht nach der Zahl der Tipps. Eine Kombi mit drei Tipps und 20 € Einsatz kostet dieselben 1,01 € Steuer wie eine Einzelwette mit 20 €. Bei einer Systemwette zählt der Gesamteinsatz aller Kombinationen: Ein Yankee mit 11 Wetten zu je 1 € ist steuerlich eine Wette über 11 €.

Zieht der Anbieter die Steuer von der Auszahlung ab, wird sie nur auf den Kombinationen fällig, die gewinnen. Für dein Ergebnis ist das kein Vorteil: Verlorene Kombinationen sind in beiden Varianten mit ihrem Anteil am gezahlten Einsatz verloren, und von jeder gewonnenen bleibt beim Abzug vom Einsatz etwas mehr übrig. Beide Varianten lassen sich im Systemwetten Rechner zuschalten.

Online, im Wettbüro, bei Casino und Poker

Für die Sportwettensteuer ist es egal, ob die Wette online oder am Schalter abgegeben wird. § 16 knüpft an den Ort an: Sie fällt an, wenn der Veranstalter seinen Sitz in Deutschland hat oder der Wettende die Wette in Deutschland abschließt.

Dieselben 5,3 % gelten seit Juli 2021 auch für virtuelle Automatenspiele (§§ 37, 38) und Online-Poker (§§ 47, 48), jeweils auf den Spieleinsatz abzüglich der Steuer. Wer also neben Sportwetten auch an Online-Slots spielt, begegnet derselben Rechnung wieder.

Eine Besonderheit bei Sportwetten ist die Erstattung. Wird eine Wette wegen Absage zurückgezahlt, mindert das nach § 17 Abs. 2 die Bemessungsgrundlage. Die Steuer auf eine stornierte Wette fällt damit rechnerisch weg; wie der Anbieter das auf deinem Konto abbildet, legt er selbst fest.

Was die Wettsteuer im Monat ausmacht

Hundert Wetten zu je 10 € in einem Monat: Mit Abzug vom Einsatz gehen 50,33 € an Steuer ab, egal wie die Wetten ausgehen. Mit Abzug von der Auszahlung hängt es vom Erfolg ab. Gewinnen 45 der hundert Wetten bei einer durchschnittlichen Quote von 2,10, zahlen sie 945 € aus, und 5,3 % davon sind 50,09 €.

Die Steuerbeträge landen also fast beim selben Wert, rund 5 % des Umsatzes. Was bei dir ankommt, unterscheidet sich trotzdem, und zwar immer in dieselbe Richtung: Mit Abzug vom Einsatz zahlen die 45 Treffer 897,44 € aus, mit Abzug von der Auszahlung 894,91 €, gut 2,50 € weniger. Die verlorenen Wetten kosten in beiden Fällen dieselben 550 €.

Die Wettsteuer auf dem Wettschein erkennen

Nicht jeder Anbieter schreibt „Wettsteuer“ auf den Schein. Mal heißt die Zeile „Steuer“, mal „Gebühr“, mal ist der Betrag einfach schon in der möglichen Auszahlung verrechnet. Der schnellste Test: Multipliziere Einsatz und Gesamtquote selbst und vergleiche mit der Auszahlung, die der Schein anzeigt.

Liegt die angezeigte Auszahlung rund 5,03 % unter deiner Rechnung, zieht der Anbieter die Steuer vom Einsatz ab. Liegt sie 5,3 % darunter, zieht er sie von der Auszahlung ab. Stimmt sie exakt, übernimmt er die Steuer oder weist sie erst bei der Abrechnung aus. Der Rechner oben zeigt alle drei Varianten, sodass du den passenden Wert direkt ablesen kannst.

Bei Systemwetten ist der Test genauso möglich, nur mit der Summe aller Kombinationen. Im Systemwetten Rechner schaltest du die Steuer zu und vergleichst mit dem Betrag, den dein Wettschein nennt.

FRAGEN & ANTWORTEN

Fragen zum Wettsteuer Rechner

Wie hoch ist die Wettsteuer in Deutschland?

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % (§ 18 RennwLottG). Sie wird seit Juli 2021 auf den Wetteinsatz abzüglich der Steuer berechnet (§ 17). Auf einen gezahlten Betrag bezogen sind das rund 5,03 %.

Wer zahlt die Wettsteuer?

Steuerschuldner ist der Veranstalter der Sportwette (§ 19 RennwLottG), also der Anbieter. Das Gesetz regelt nicht, ob er die Steuer an seine Kunden weitergibt. Viele Anbieter tun es, entweder über den Einsatz oder über die Auszahlung, einige übernehmen sie ganz.

Wird die Wettsteuer vom Einsatz oder von der Auszahlung abgezogen?

Das entscheidet der Anbieter. Beim Abzug vom Einsatz geht schon beim Platzieren ein Teil an den Fiskus, die Wette spielt mit dem Rest. Beim Abzug von der Auszahlung behält der Anbieter 5,3 % der gesamten Auszahlung einer gewonnenen Wette, Einsatz eingeschlossen: 100 € auf Quote 2,00 zahlen 200 €, davon gehen 10,60 € ab, übrig bleiben 189,40 €.

Muss ich Wettgewinne in der Steuererklärung angeben?

Gewinne aus privaten Sportwetten sind in Deutschland einkommensteuerfrei, weil sie unter keine der sieben Einkunftsarten fallen. Anders kann es bei Personen aussehen, die mit Wetten ihren Lebensunterhalt verdienen. Im Zweifel hilft eine Steuerberatung.

Wann entsteht die Wettsteuer?

Mit der Leistung des Wetteinsatzes (§ 20 RennwLottG), also beim Platzieren der Wette und nicht erst bei der Abrechnung. Wird eine Wette wegen Absage erstattet, mindert das die Bemessungsgrundlage (§ 17 Abs. 2).

Welche Variante ist für mich günstiger?

Bei gleichem gezahltem Betrag immer der Abzug vom Einsatz, zumindest in der Rechnung dieses Rechners: Von jeder positiven Auszahlung bleiben 94,97 % statt 94,70 %. Bei einer verlorenen Wette ist der gezahlte Betrag in beiden Fällen weg; dass beim Abzug von der Auszahlung keine Steuer ausgewiesen wird, ändert an deinem Ergebnis nichts. Spürbar besser ist nur ein Anbieter, der die Steuer selbst trägt.

RECHNER

Weitere Rechner